UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR ALLGEMEIN-, VISZERAL-, GEFÄẞ- UND TRANSPLANTATIONSCHIRURGIE

Pankreaschirurgie

Sprechstunde & Terminvereinbarungen:

freitags, 08:00 Uhr - 13:00 Uhr

Dr. med. Sara Al-Madhi

Tel.: 0391/67-15529

Viszeralonkologisches Zentrum 

 

Liebe Patienten,

in unserer Sprechstunde beraten wir Sie über Behandlungsmöglichkeiten bei:

  • gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

 

Onkologische Expertise

Das Universitätsklinikum Magdeburg hat sich besonders auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert und bietet eine langjährige Erfahrung bei den dafür notwendigen Operationsverfahren. Falls eine bösartige Erkrankung bei Ihnen vorliegt, wird vor und nach einer Operation in einer interdisziplinären Tumorkonferenz darüber beraten, ob eine weitere zielgerichtete Behandlung (z.B. Chemotherapie, Bestrahlung) notwendig sein wird. Sollte eine Chemotherapie notwendig sein, arbeiten wir eng mit Ihrem behandelnden Onkologen zusammen, können aber auch die weitere Therapie in unserer eigenen Chemotherapieambulanz, durch unser Team hier im Haus 60a anbieten. So können Sie über den gesamten Behandlungszeitraum durch ein Team betreut werden und haben stets einen Ansprechpartner für Ihre Fragen.

Auch zum Einholen einer Zweitmeinung können Sie sich gerne in unserer Sprechstunde vorstellen.

Individuelle multimodale Therapiekonzepte

Um Ihnen ein individuell angepasstes Therapiekonzept anzubieten, arbeiten wir eng mit den Kollegen der Gastroenterologie, der Radiologie, der Strahlentherapie, der Nuklearmedizin, der Anästhesiologie und der Pathologie zusammen. Durch diese enge Zusammenarbeit ist es uns möglich, für jeden Patienten auf das gesamte Spektrum der modernen Therapiemodalitäten zurückzugreifen, das neben den chirurgischen Verfahren auch aus endoskopischen (ERCP, PTCD, photodynamische Therapie) und radiologisch-interventionellen Verfahren (transarterielle Chemoembolisation, Radiofrequenzablation, Brachytherapie, selektive interne Radiotherapie, SIRT) besteht. So können gerade auch Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen im Sinne eines multimodalen Therapiekonzeptes behandelt werden.

Als unser Patient werden Sie daher vor, während und nach dem stationären Aufenthalt von spezialisierten Ärzten mehrerer Fachdisziplinen behandelt. Unser Leitmotiv ist, dass der Arzt zum Patienten kommt und nicht der Patient zum Arzt gehen muss. Bereits in der Sprechstunde werden Sie von spezialisierten Ärzten verschiedener Fachrichtungen gesehen, die für Sie einen individualisierten Behandlungsplan erstellen, und ausführlich über die geplante Therapie oder Operation aufklären. Die Termine werden dann von unserem Patientenmanagement organisiert. Wenn ein stationärer Aufenthalt notwendig wird, werden Sie auf unserer für Leber- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen spezialisierten Station 1 betreut. Für die interdisziplinäre Behandlung von Patienten, die an einem hepatozellulären Karzinom (HCC) leiden, besteht aufgrund der Komplexität der Behandlungsmöglichkeiten, zusätzlich eine gesonderte und deutschlandweit einzigartige HCC Station, auf der täglich interdisziplinäre Visiten durchgeführt werden.

Operationsplanung

Die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Leber umfasst ein breites Spektrum operativer Techniken. Gerade bei den in unserer Klinik häufig durchgeführten Leberoperationen, die eine Entfernung von mehr als der Hälfte des Lebergewebes erfordern, ist eine genaue Operationsplanung zur Vermeidung von postoperativen Komplikationen notwendig. Wir führen standardisiert Leberfunktionstests und häufig auch präoperative 3D-Bildanalysen in Zusammenarbeit mit der MeVis Medical Solutions AG durch, um das operative Risiko für den Patienten zu minimieren.

mevis

Die meisten auch hochkomplexen Leber- und Bauchspeicheldrüsenoperationen gelingen heute ohne eine Bluttransfusion, so dass diese Behandlungsmöglichkeit Patienten, die eine Übertragung von fremdem Blut ablehnen, nicht vorenthalten werden muss.

Minimal-invasive Leber und Bauchspeicheldrüsenchirurgie

Die minimal-invasive Chirurgie („Schlüssellochchirurgie“) stellt ein Standardverfahren bei der Entfernung der Gallenblase dar. Wir bieten die Gallenblasenentfernung auch über einen einzigen Schnitt am Bauchnabel an (SILS: Single Incision Laparoscopic Surgery).  Hierdurch wird die Operation noch schonender und die Narbe am Nabel ist oft nicht mehr sichtbar.

Die allgemeinen Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie (kleine Narben, weniger postoperative Schmerzen, geringere Beeinträchtigung des Immunsystems, schnellere Erholung der Magen- und Darmmotilität, kürzerer Krankenhausaufenthalt) gelten jedoch natürlich auch für die Chirurgie von Leber und Bauchspeicheldrüse. Daher werden in unserer Klinik zunehmend auch komplexere Leber- und Bauchspeicheldrüsenoperationen minimal invasiv durchgeführt. Atypische und anatomische Leberteilresektionen, sowie Pankreaslinksresektionen bei gutartigen Erkrankungen werden routinemäßig laparoskopisch durchgeführt. Hierzu können wir auf modernste 3D Videosysteme zurückgreifen.

Gutartige und bösartige Erkrankungen der Leber und Lebermetastasen

In der Leberchirurgie hat unsere Klinik große Erfahrungen und eine lange Tradition.

Gutartige Lebererkrankungen (Leberadenome, Leberzysten, seltener Hämangiome oder fokal-noduläre Hyperplasien) erfordern meist nur eine Operation bei Größenzunahme oder Beschwerden. Normalerweise können diese Erkrankungen minimal-invasiv (laparoskopisch) behandelt werden.

Die häufigste bösartige Erkrankung der Leber ist die Absiedlung eines Darmkrebses in der Leber (Lebermetastase). Die operative Entfernung von Lebermetastasen stellt die beste Therapieoption dar und kann - wenn erforderlich - auch mehrmals durchgeführt werden. Im Rahmen unserer interdisziplinären Tumorkonferenz wird empfohlen, ob Lebermetastasen noch vor Entfernung des Darmkrebses (sogenannter „liver first approach“) oder nach Operation des Darmkrebses entfernt werden sollten. Gleichzeitig werden Art und Zeitpunkt der Chemotherapie und in individuellen Fällen auch der ablativen Therapie vorgeschlagen.

Die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms (HCC) wird an unserem Zentrum deutschlandweit einzigartig auf einer spezialisierten, interdisziplinären HCC-Station durchgeführt. Dieser Ansatz gewährleistet eine patienten- und krankheitszentrierte Behandlung. Die Therapie wird dabei durch ein interdisziplinäres Expertenteam in der ambulanten Sprechstunde und täglich auf der Station abgestimmt.

Gutartige und bösartige Erkrankungen der Gallengänge und der Gallenblase

Bei Tumoren der Gallenblase (Gallenblasenkrebs) oder der Gallenwege (Klatskintumor) ist meist die Entfernung größerer Teile der Leber notwendig. Nur so kann der Tumor vollständig entfernt werden. Wenn der Rest der Leber gesund ist, können bis zu zwei Drittel der Leber entfernt werden, da die Leber als einziges Organ im Körper wieder auf die ursprüngliche Größe nachwachsen kann.

Gerade die Therapie von Klatskintumoren erfordert daher eine reibungslose interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Rahmen der Vorbehandlung werden durch endoskopische Verfahren Stents zur Entlastung von zu erhaltenden Lebersegmenten eingebracht. Da die Operation von Klatskintumoren meist nur durch ausgedehnte Leberresektionen möglich ist, kann präoperativ durch die Radiologen eine Pfortaderembolisation durchgeführt werden, die zu einer Volumenzunahme (Hypertrophie) der verbleibenden Leber führt. Damit ist eine ausreichende Leberfunktion nach der Operation gewährleistet.

Bei großen Lebertumoren wenden wir auch moderne Verfahren wie die sogenannte „Associating Liver Partition and Portal vein Ligation for Staged hepatectomy“ (ALPPS) zur  Induktion einer Volumenhypertropie an.

Um eine internationale Datenerfassung und somit wissenschaftliche Evaluierung, sowie eine Qualitätskontrolle zu gewährleisten, ist unsere Klink Mitglied von internationalen wissenschaftlichen Netzwerken, die die Behandlung von Gallengangskarzinomen und die Anwendung des ALPPS-Verfahrens betreffen.

Gutartige und bösartige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

In der Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs) bestehen sehr große Erfahrungen und eine lange Tradition. Wir haben in den letzten zehn Jahren mehr als 1000 Patienten mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse behandelt, davon etwa die Hälfte operiert. Ein großes Spektrum an Operationsverfahren gewährleistet, dass jeder Patient die für seine Situation optimale Operation erhält.

Es besteht ein enger Kontakt zum „Arbeitskreis der Pankreatektomierten“, einer Selbsthilfeorganisation für alle Patienten, bei denen eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt oder vermutet wird. Hier werden Fragen über den Krankenhausaufenthalt hinaus besprochen und die Patienten sowie die Angehörigen bei der Krankheitsbewältigung unterstützt.

Schwerpunkte in der Forschung sind die Entschlüsselung der Mechanismen der Krankheitsentstehung bei akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). In klinikeigenen Labors besteht die Möglichkeit, die erbliche Veranlagung für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen Tumoren im Blut zu untersuchen. Diese Diagnostik bieten wir als Service auch anderen Krankenhäusern, Patienten, die nicht bei uns behandelt werden, sowie deren Angehörigen an.

Um in Zukunft jedem Patienten eine individuelle Therapie anbieten zu können, forschen wir auf dem Gebiet der personalisierten Medizin. Hier untersuchen wir in der PANCALYZE-Studie Biomarker, um den Krankheitsverlauf bei Bauchspeicheldrüsenkrebs vorherzusagen.

Aufgrund der vielen Operationen, die wir bei Bauchspeicheldrüsenkrebs durchführen, haben wir ein Pankreaszentrum gegründet, um unsere Erfahrungen und Kompetenz zu bündeln und Ihnen zur Verfügung zu stellen.

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung: 03.07.2024 - Ansprechpartner:

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